Klimawandel – Erfolge und Frust in der Klimaforschung

Do., 28.11.2019, 15:15 Uhr (ca. 3 Std.)
Anmel­dung bis spä­tes­tens Mo., 25.11.2019 (danach bit­te tele­fon. anfra­gen), Preis­grup­pe S+
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Das Pots­dam Insti­tut für Kli­ma­fol­gen­for­schung (PIK) gehört zu den bekann­ten und aner­kann­ten Insti­tu­ten, die sich mit den Erschei­nungs­for­men und Wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels befas­sen. Was macht die Arbeit in der Kli­ma­for­schung aus? Wie kom­men die For­schen­den zu ihren Ergeb­nis­sen, wie wird deren Vali­di­tät über­prüft?
Wie ist mit den Leug­nern des Kli­ma­wan­dels, dem Vor­wurf der Kli­ma-Lüge umzu­ge­hen?

Wis­sen­schaft lebt von der Dis­kus­si­on, dem …

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Wand­ge­mäl­de in Ber­lin-Schö­ne­berg

… In-Fra­ge-Stel­len und der Fort­ent­wick­lung von Ergeb­nis­sen. Es sind jeweils Zwi­schen­er­geb­ngeis­se, bis neue Erkennt­nis­se wei­ter­füh­ren­de oder neue Ein­sich­ten ermög­li­chen.
Zum Kli­ma­wan­del sind die Ver­fah­ren genau­er, die Ergeb­nis­se prä­zi­ser gewor­den, seit Wissenschaftler*innen des Club of Rome Mit­te der 70er Jah­re deut­lich ver­nehm­bar vor den Fol­gen der Erd­er­wär­mung warn­ten. Die Ergeb­nis­se zei­gen in gro­ßer Über­ein­stim­mung, dass die der­zei­ti­ge glo­ba­le Erwär­mung bei­spiel­los ist. Das ark­ti­sche Meer­eis schmilzt rapi­de, Natur­ka­ta­stro­phen und Wet­ter­ex­tre­me neh­men zu.
Die Wir­kun­gen sind heu­te an vie­len Stel­len zu spü­ren: Dür­ren hier, Über­schwem­mun­gen dort, wo sich frü­her Regio­nen nach Dür­re­pe­ri­oden wie­der erholt haben, bleibt heu­te Wüs­te zurück. Wie­der­um ande­re Regio­nen sind von dau­er­haf­ter Über­flu­tung bedroht.

Wäh­rend immer mehr Men­schen gezwun­gen sind, (auch) wegen der kli­ma­be­ding­ten Zer­stö­run­gen ihre Hei­mat zu ver­las­sen, ver­hal­ten wir (in den rei­chen Län­dern) uns so, als hät­ten wir vier, fünf oder mehr Erden. In einer von Wider­sprü­chen gepräg­ten Welt, ist uns wider­sprüch­li­ches Ver­hal­ten zur Rou­ti­ne gewor­den.

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Wie ernst meint es die Bun­des­re­gie­rung mit den Nach­hal­tig­keits­zie­len?
Neh­men wir nur die Zie­le, die in direk­tem Bezug zur Kli­ma­pro­ble­ma­tik ste­hen, wie z. B. Ener­gie­ge­win­nung und ‑ver­brauch, zeigt sich ein Para­do­xon: Wir wis­sen schon lan­ge um die Wir­kun­gen unse­rer Pro­duk­ti­ons­wei­se und unse­res Kon­sum­ver­hal­tens – aber unse­ren Lebens­stil, die Art, wie wir pro­du­zie­ren, woh­nen, uns fort­be­we­gen oder uns ver­gnü­gen, ändern wir nicht annä­hernd im erfor­der­li­chen Umfang.

Indi­vi­du­el­les Han­deln ist das eine – jedoch allein die Ver­än­de­rung unse­res indi­vi­du­el­len Ver­hal­tens wür­de das Kli­ma nicht ret­ten. Dass es ein­schnei­den­de Schrit­te braucht, wird immer offen­kun­di­ger. Aber ist die von Minis­te­ri­en und Par­la­ment ein­ge­lei­te­te Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie geeig­net, die Kli­ma­zie­le und wei­te­re drän­gen­de Zie­le zu ver­wirk­li­chen?
Fin­den die War­nun­gen von Kli­ma­for­schen­den heu­te tat­säch­lich mehr Gehör? Kann von wirk­sa­men Maß­nah­men zur kon­se­quen­ten Redu­zie­rung der CO-2-Emis­sio­nen gespro­chen wer­den? Ist der Ein­druck der „fridays-for-future-´kids‚“ zutref­fend, dass die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen ihre Zukunft ver­spie­len?

Die­se und Ihre Fra­gen sol­len Gegen­stand des Aus­tauschs mit einem Kli­ma­phy­si­ker des PIK sein. Er ist stell­ver­tre­ten­der Lei­ter der For­schungs­ab­tei­lung 3 „Trans­for­ma­ti­ons­pfa­deKli­ma­ri­si­ken und Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung“ und unter­sucht den Pro­zess und die Wir­kun­gen des anstei­gen­den Mee­res­spie­gels. Wie ist der Erkennt­nis­stand auf die­sem Feld? Was wird er zu den mit­tel- und lang­fris­ti­gen Aus­wir­kun­gen des stei­gen­den Mee­res­spie­gels sagen?

Und wel­che Maß­nah­men sind – aus sei­ner Sicht – geeig­net oder not­wen­dig, einen Kli­ma­kol­laps zu ver­hin­dern? Einen Kol­laps, der mög­lich und ange­sichts welt­weit stei­gen­der Emis­sio­nen zuneh­mend wahr­schein­li­cher wird – wenn­gleich „nur“ der Zeit­punkt sei­nes Ein­tre­tens, aus­ge­löst durch das Umschla­gen eines oder meh­re­rer Kipp-Punk­te, offen ist?

Wie kommt jemand, der sich tag­täg­lich mit der poten­zi­el­len Zer­stö­rung unse­rer Lebens­grund­la­gen beschäf­tigt, mit der wenig ver­än­de­rungs­freu­di­gen Hal­tung des Gros der Bevöl­ke­rung zurecht? Ist Zuver­sicht ange­sichts des jüngst ver­ab­schie­de­ten „Kli­ma­päck­chens“ mög­lich?

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https://​tinyurl​.com/​y​4​l​vpk88

Für das Gespräch im PIK, auf dem Tele­gra­fen­berg in Pots­dam, sind etwa 1,5 Stun­den ein­ge­plant.
In der vor­be­rei­ten­den Ein­füh­rung wer­de ich auf Teil­be­rei­che der Kli­ma­for­schung und ver­schie­de­ne Aspek­te der Kli­ma­pro­ble­ma­tik ein­ge­hen. Ange­spro­chen wer­den aber auch die unter­schied­li­che Betrof­fen­heit durch den Kli­ma­wan­del und ihr Zusam­men­hang mit den 17 Zie­len der Nach­hal­tig­keit.