Fröhlich in die Katastrophe? –
Was Sie schon immer über Nachhaltigkeit wissen sollten/wollten!

Fr., 23.11.2018, 14:45 Uhr (ca. 3 Std.)
 

Ist es fünf vor zwölf? Zwölf? oder fünf nach…? – Anders aus­ge­drückt: Wie­viel Zeit bleibt, um den Kli­ma­wan­del spür­bar abzu­brem­sen und vor allem: Wel­che Maß­nah­men sind hier­für erfor­der­lich? Mit die­sen und wei­ter­ge­hen­den Fra­gen ist der Lei­ter des Refe­rats für Nach­hal­tig­keit im BMJV (Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Jus­tiz und für Ver­brau­cher­schutz) seit lan­gem befasst.

Auch wenn das sehr rea­le Schreck­ge­spenst Kli­ma­kol­laps der Aus­gangs­punkt ist, soll es im Aus­tausch mit ihm um ganz prak­ti­sche Fra­gen gehen: um anre­gen­de, Mut-machen­de Ide­en und prak­ti­ka­ble wie auch effek­ti­ve Wege eines nach­hal­ti­gen Pro­du­zie­rens und Kon­su­mie­rens, um Mög­lich­kei­ten eines nach­hal­ti­gen Rei­sens und Woh­nens, um nur weni­ge Bei­spie­le zu nen­nen.

Nach­hal­tig­keit wird oft redu­ziert auf Maß­nah­men zur Bewäl­ti­gung des Kli­ma­wan­dels. Tat­säch­lich meint Nach­hal­tig­keit aber viel mehr: Die 17 Zie­le, auf die sich nahe­zu alle Regie­run­gen im Jahr 2016 geei­nigt haben, umfas­sen z. B.: (1) „Kei­ne Armut“, (3) „Gesund­heit und Wohl­erge­hen“, (7) „Bezahl­ba­re und sau­be­re Ener­gie“, (8) „Men­schen­wür­di­ge Arbeit und Wirt­schafts­wachs­tum“, (10) Weni­ger Ungleich­hei­ten“, (13) Maß­nah­men zum Kli­ma­schutz“, …
Ent­spre­chend hat auch die Bun­des­re­gie­rung eine Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie ent­wi­ckelt und ers­te Schrit­te ein­ge­lei­tet. Beson­ders drän­gend sind jene, deren Ver­wirk­li­chung einen Kli­ma­kol­laps ver­hin­dern soll.

Neh­men wir nur die Zie­le, die in direk­tem Bezug zur Kli­ma­pro­ble­ma­tik ste­hen, wie z. B. Ener­gie­ge­win­nung und –ver­brauch, zeigt sich ein Para­do­xon, eine Schi­zo­phre­nie: Wir wis­sen schon lan­ge um die Wir­kun­gen unse­rer Pro­duk­ti­ons­wei­se und unse­res Kon­sum­ver­hal­tens, aber unser Lebens­stil, die Art, wie wir pro­du­zie­ren, woh­nen, uns fort­be­we­gen oder uns ver­gnü­gen, ist nicht nach­hal­tig.

Dür­ren hier, Über­schwem­mun­gen dort, wir befin­den uns mit­ten im Kli­ma­wan­del, ver­hal­ten uns aber so, als hät­ten wir vier, fünf oder mehr Erden. In einer von Wider­sprü­chen gepräg­ten Welt, ist uns wider­sprüch­li­ches Ver­hal­ten zur Rou­ti­ne gewor­den.
Für einen anhal­tend hohen, ja stei­gen­den Ener­gie- und Natur- bzw. Res­sour­cen-Ver­brauch gibt es zahl­lo­se Bei­spie­le, eben­so für die Gleich­gül­tig­keit gegen­über der ver­mehr­ten Umwelt­zer­stö­rung und wach­sen­den Müll­ber­gen.
Zahl­lo­se Bei­spie­le gibt es aber auch an Schuld­zu­wei­sun­gen und guten Rat­schlä­gen für indi­vi­du­el­le Ver­hal­tens­än­de­run­gen. Bei­des scheint wenig zu fruch­ten.

Was also tun?

Ange­sichts die­ser Situa­ti­on stellt sich die Fra­ge, wel­che Maß­nah­men geeig­net sind, die drän­gends­ten Nach­hal­tig­keits­zie­le auch tat­säch­lich zu ver­wirk­li­chen. Sind die von den Ver­ant­wort­li­chen in Minis­te­ri­en und Par­la­ment ein­ge­lei­te­ten Schrit­te effek­tiv? Und wenn nicht, wel­che Hin­der­nis­se – in Poli­tik, Wirt­schaft und Gesell­schaft – ste­hen einer wirk­sa­men Nach­hal­tig­keits­po­li­tik ent­ge­gen?

Die­se und wei­te­re Fragen/Ihre Fra­gen, wer­den Gegen­stand des Aus­tauschs im Refe­rat für Nach­hal­tig­keit des BMJV sein. Etwa 1,5 Stun­den sind hier­für im Minis­te­ri­um in der Moh­ren­stra­ße (Ber­lin-Mit­te) ein­ge­plant.
Im ers­ten Teil der „Tour“ wer­de ich auf das Gespräch vor­be­rei­ten und dabei sowohl auf die Nach­hal­tig­keits­zie­le als auch auf kon­kre­te Vor­schlä­ge zu einer wirk­sa­men Nach­hal­tig­keits­po­li­tik ein­ge­hen.