Weiblich? Männlich? – TransInterQueer: Arbeiten gegen das Denken in Schubladen

ACHTUNG, muss verschoben werden!

Fr., 18.11.2016, 15:30 Uhr (2 ¼ Std.), Anmeldung bis Fr., 11.11.2016 (danach bitte telefon. anfragen), Preisgruppe A (Bitte beachten Sie den Frühbucher- und Mehr-Personen-Rabatt).
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Das ist doch typisch Mann!“ Oder: „typisch Frau!“ – Wer kennt sie nicht, Sätze, die mit: „Männer sind …“ oder „Frauen sind …“ beginnen? – „Schöne geordnete Welt!“(1) Eine etwas simpel geordnete Welt!

Aus der Perspektive von TransInterQueer e.V. (in Kreuzberg) – kurz: TrIQ, einem Zentrum bzw. Verein für transgeschlechtliche, intergeschlechtliche und queer lebende Menschen (2) – liegt diese Welt quer zu allem, was das eigene Fühlen, Wahrnehmen und Wünschen ausmacht.

Bundesweit sind es weit über eine Millionen Menschen, für die es nicht selbst-verständlich ist, sich dem Geschlecht zugehörig zu fühlen, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Für viele ist es nicht …
selbst-verständlich, sich überhaupt einem Geschlecht zuzuordnen. Und es gibt Menschen, die bei der Geburt medizinisch/biologisch nicht kategorisierbar sind.

Demo-Transparent TransInterQueerSie alle bringen die „Ordnungsliebe“ und das Bedürfnis nach Eindeutigkeit vieler durcheinander, die zur Mehrheit gehören; und die damit die Definitionsmacht haben, was normal „ist“ oder nicht. Ob Cross-Dresser, Transfrau oder Transmann, aber auch Lesben und Schwule, sie alle haben die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die sich selbst als „normal“ sehen, irritiert oder distanziert reagieren, im schlimmeren Fall mit abwertenden Bemerkungen oder (auch nicht viel besser) mit unsensiblen Fragen.

Welchen Grund gibt es eigentlich, intergeschlechtliche Menschen Normierungszwängen und Stigmatisierung auszusetzen? Warum glauben Ärzte, Bürokraten, Chefs und andere ihnen „raten“ zu müssen, ihr Verhalten oder ihr Äußeres so anzupassen, dass sie eindeutig als Frau oder Mann wahrnehmbar sind – wenn nötig auch mit medizinischen Eingriffen? Für viele gehört die Erfahrung, diskriminiert oder pathologisiert zu werden, zum Alltag.

Sollte es nicht normal sein, einander mit Respekt und Offenheit zu begegnen – unabhängig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität (unabhängig auch von Hautfarbe, Religion, Geschlecht, Nationalität)?

Auch dort, wo Diskriminierung nicht sofort sichtbar wird, ist (unser) Denken und Reden voller selbstverständlicher Einordnungen und Zuschreibungen.

Darauf aufmerksam zu machen und intergeschlechtliche wie auch Trans-Menschen sowie Lesben und Schwule zu stärken – gegen Diskriminierung, Nötigung, Sprachlosigkeit und Unsichtbarkeit – hat sich TrIQ zur Aufgabe gemacht. Mit einigem Erfolg, wie kürzlich zu bewundern war, als das Zentrum sein 10-jähriges Bestehen feierte.

Wie sieht die Arbeit im TrIQ aus? Mit welchen Problemen sind die Menschen konfrontiert, die hierher zur Beratung kommen? Welche Ziele verfolgt TrIQ und welche Erfahrungen machen die hier Engagierten mit politisch Verantwortlichen auf Berliner- und auf Bundesebene?

Die Tour führt uns hinein in die hellen Räume des TrIQ, wo wir im Austausch erleben können, was politische Arbeit auf diesem Feld bedeutet, und welche Erfolge, aber auch hartnäckigen Barrieren es gibt. Vielleicht können wir auch unseren eigenen manchmal vorschnellen Zuordnungen nachspüren und der Frage, woher die verbreiteten Normierungswünsche eigentlich kommen.

Für Austausch und Besichtigung sind etwa 1 ½ Stunden eingeplant. Die Einführung, mit der auf den Austausch vorbereitet wird, dauert 30 bis 45 Minuten. (Treffpunkt und Genaueres zum Ablauf wird nach Anmeldung mitgeteilt.)

Das Touren-Ende ist so gelegt, dass – wer mag – die Möglichkeit hat (nach einer Pause/einem Abendessen in der Nähe) „Belinda‘s Salon für Musik und Ähnliches“ um 20 Uhr im TrIQ (3) gegen „Hutspende“ zu besuchen.

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(1) „Schöne geordnete Welt!“ ist der Refrain aus dem Song „Annersrum“ von Lulu Belinda (Berliner Queer_Electro_Chanteuse und Musiker_in), die einmal monatlich in den Salon bei TrIQ e.V. einlädt – so auch am 18.11.! Zum Song und mehr über Lulu Belinda: http://www.lulu-belinda.de/hoeren.html

(2) Zur Bedeutung der Begriffe siehe das Glossar in der Broschüre von TrIQ „Trans in den Medien“, S. 20: Trans in den Medien

(3) Infos zu Belinda’s Salon: http://www.lulu-belinda.de/news.html und hier: http://www.transinterqueer.org/thema/aktuell/